Ich habe mir dieses Gartenjahr bzw. den Start in das Lebensprojekt Bauernhof anders vorgestellt…🙃
Klar, das Jahr ist noch nicht vorbei, es ist noch einiges zu tun, aber trotzdem muss ich einen sehr ernüchternden (Rück)blick auf dieses Jahr ziehen.
Ich bin in dieses Jahr gestartet mit der Annahme, dass ich beim Hof viel neues lerne, mich eingewöhne, Tipps und Tricks für die Zukunft sammle, viel dokumentieren kann, Einblicke bekomme: was läuft gut, wovon brauchen wir nächstes Jahr mehr, wovon weniger, was kann optimiert werden, was klappt schon gut, was sollte geändert werden. Des Weiteren wollte ich meinem Vater beim Brot backen und auf dem Markt helfen und alles an Pflanzen selber vorziehen.
Nun ja, zumindest das Letzte habe ich bis zum Schluss fast komplett durchgezogen, die Pflanzen wurden zu 95% alle von mir selbst vorgezogen, nur der erste Lauch, die ersten Zwiebeln und ein wenig Salat im Hochsommer wurde angekauft.
Aber, und jetzt kommt das große ABER…
Ich habe dieses Jahr sehr viel im Familienbetrieb im Bereich Tourismus mitgearbeitet, soweit nicht schlimm, war von Anfang an klar, jedoch wollte ich trotzdem Zeit finden in der Landwirtschaft zu arbeiten.. Diese Idee bekam recht schnell einen Dämpfer und spätestens ab dem Zeitpunkt als Personal eingestellt wurde hat sich die Situation verändert… Es kamen einfach einige Köpfe und Umstände zusammen, mit denen ich mich nicht so identifizieren konnte… Es haben teilweise vier Personen zur gleichen Zeit am Hof mitgearbeitet, aber nichts hat wirklich gut funktioniert… Die Felder waren komplett mit „Beikraut“ bedeckt, viele Kulturen gingen komplett unter zu ernten oder frei zu jäten, irgendwann wurde einfach ein kompletter Acker-Abschnitt aufgegeben und ignoriert…wurde mir sogar genau so mitgeteilt, dass bei diesem Feld nichts mehr zu holen ist..
Es wurden einfach, für mich und den Hof an sich, völlig falsche Prioritäten gesetzt, es wurde in der Hauptsaison an anderen Projekten/Maschinen gearbeitet, anstatt bei der Haupternte zu helfen oder die Funktion des Vorarbeiters zu übernehmen. Keiner hatte einen genauen Plan was wann zu tun ist, oder die Arbeiten wurden nur halbherzig gemacht, weil eh niemand nachgeschaut oder begleitet hat. Und wenn jemand halbwegs einen Plan hatte, dann war wieder jemand im Urlaub oder verhindert oder in Pause oder in wichtigen Gesprächen verwickelt…
Und wenn ich mal, neben Kindern, anderem Beruf, Verarbeitung der Lebensmittel und Direktvermarktung, etwas gefragt habe, eine Bitte hatte oder eine Idee, dann wurde ich nur belächelt, bis ich wiedermal selbst etwas Hand angelegt habe und gezeigt habe wie ich es gern hätte. Wohlgemerkt am Wochenende…neben Arbeit, Frühschicht und zwei kleinen Kindern, teils ohne richtigen Tag frei…
Und irgendwann habe ich mich einfach gefügt und damit abgefunden. Ich habe mich geärgert, aber habe es hingenommen, und das war falsch. Ich hätte mehr für meine Ziele, Ideen und unsere Zukunft einstehen sollen.
Doch jetzt reicht es, ich habe im August beschlossen meinen, unseren Weg, nicht aufzugeben, ihn mir nicht madig machen zu lassen. Ich habe Entscheidungen getroffen und ziehe sie jetzt auch durch, ich habe z. B. beschlossen 100 Heidelbeer Pflanzen zu kaufen, bestimmte Produkte aus zu probieren, meinen Mann davon überzeugt volles Risiko zu gehen und mit mir nächstes Jahr den Hof komplett umzukrämpeln und aufzubauen.
Wir sind uns einig, dass die Personalkonstellation, so wie sie dieses Jahr war, nicht weiter tragbar ist (weil teilweise einfach 15k brutto pro Monat für einen Dschungel an Acker von meinem Vater investiert wurde).
Vom Persönlichen her sind es alles tolle Menschen, haben bereits viele Geschichten erlebt, Erfahrungen gesammelt, bilden sich ständig in irgendeiner Form weiter oder sind viel gereist und probieren viel Neues aus, aber von der Qualität und Leistung als Arbeitskraft und der Einstellung mir/uns (auch meinem Mann) gegenüber bin ich einfach maßlos enttäuscht.
Das ist jetzt seltsam…
Ich habe diesen Artikel (bis hierher) vor 3-4 Tagen verfasst, aber noch nicht veröffentlicht, wollte ihn noch durch ChatGPT jagen und aufpimpen lassen mit Emojis und verschiedenen Überschriften. 😅🤷 Habe mir gedacht vielleicht habe ich auch einfach nur einen „Raum zum Dampfablassen“ gebraucht und lösche den Beitrag wieder.. Aber es hat sich mittlerweile etwas geändert…🤷🙈
All unsere Mitarbeiter hören Ende dieser Saison auf (zwei haben auch nur einen befristeten Vertrag bis Ende Oktober und ein langjähriger Mitarbeiter hört aus familiären Gründen auf).
Ja, das war jetzt ein kleiner Schlag ins Gesicht, aber ich glaube alles passiert aus einem bestimmten Grund und ich hatte nicht umsonst das Gefühl, dass ich meine Gedanken dazu mal loswerden muss.
Mein Mann und ich sind nächstes Jahr also total auf uns alleine gestellt, wir springen ins kalte Wasser und zeigen uns selbst und allen anderen, dass wir das schaffen.
Ich habe das erste Mal das Gefühl, dass wir nun wirklich UNSEREN Weg einschlagen können.
(Auch wenn ich da heute schon wieder von meinem Vater kurz eingebremst wurde 🙈🤷😎) Aber wie sagt mein Großer immer gern: „nit schlimm“ 😅🥰
Neue Situation ab 2027
Ich werde ab Januar offiziell als mitarbeitendes Familienmitglied angestellt, eventuell mache ich mich auch in der Landwirtschaft schon selbstständig, das würde einige Vor- und Nachteile bringen, ist aber stark davon abhängig wie es mit einer möglichen Hofübergabe konkret weitergeht..
Ihr seht also… 🙈😎 einiges los hier. 😅 Ich werde auch versuchen Euch, ab spätestens Januar, wieder mehr hier teilhaben zu lassen, vielleicht werde ich ja sogar noch Influencerin, mit Insta und Youtube und Co.
Who knows 😅😅😅
Bleibt gespannt 🤭
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