Wir haben uns kurz zusammengesetzt und besprochen, welche Gemüsesorten wir dieses Jahr selbst vorziehen möchten – und vor allem wie viele. 🥕🌱
Vergangenes Jahr wurden bereits rund 80 % unserer Pflanzen selbst vorgezogen, dieses Jahr streben wir 90 % und mehr an. Unser Ziel: mehr Unabhängigkeit, mehr Kontrolle über Qualität und Sortenvielfalt – und natürlich noch mehr Freude am eigenen Gemüseanbau. 🍅🥬
🌿 Unser neues Gewächshaus – 5×3 m für die eigene Gemüseanzucht
Zusätzlich haben wir entschieden, uns ein Gewächshaus in der Größe 5 × 3 m zu kaufen.
Ausstattung:
- vorne und hinten jeweils eine Tür (eine normale Tür, eine Schiebetür)
- vier Kippfenster zur optimalen Belüftung
- stabile Bauweise für eine lange Gartensaison
Den idealen Standort dafür haben wir heute ebenfalls ausgewählt.
📍 Standortwahl: Nähe zum Haus oder doch auf den Acker?
Ursprünglich war geplant, das Gewächshaus direkt neben das Wohnhaus zu stellen. Aus logistischer Sicht wäre das perfekt gewesen:
- Wasser- und Stromanschluss bereits vorhanden
- kurzer Weg zum Gießen und Lüften
- mit zwei kleinen Kindern deutlich einfacher im Alltag
ABER – und das ist der wichtigste Punkt – die Sonneneinstrahlung wäre viel zu gering gewesen.
Konkret hätte das bedeutet:
- wenig Morgensonne
- nur kurze Mittagssonne
- kaum Abendsonne
- zusätzlicher Schatten durch einen Nussbaum und eine große Zypresse
- wenig Luftzirkulation
Für eine erfolgreiche Jungpflanzenanzucht sind Licht und Luft jedoch entscheidend. 🌞💨
Merke:
- Jungpflanzen brauchen idealerweise 12–16 Stunden Licht täglich
- Zu wenig Licht führt zu vergeilten, instabilen Pflanzen
- Gute Luftzirkulation reduziert das Risiko von Schimmel und Umfallkrankheit
☀️ Die bessere Entscheidung: Standort auf dem Acker
Deshalb haben wir uns für eine andere Position entschieden – etwas weiter entfernt, direkt auf dem Acker.
Dort herrschen:
- ideale Lichtverhältnisse
- gute Luftzirkulation
- vorhandener Wasser- und Stromanschluss
Das Wasser kann allerdings erst ab 1. April eingeschaltet werden, da vorher noch Frostgefahr für die Leitungen besteht.
💧 Übergangslösung für die Wasserversorgung
Wir planen, einen Traktor-Anhänger mit einem großen Wassertank (ca. 500 Liter) als vorläufige Wasserversorgung aufzustellen. Dabei ist uns wichtig, dass das Wasser nicht eiskalt gegossen wird – das könnte bei den Jungpflanzen einen Temperaturschock verursachen. Für eine geeignete Lösung, damit sich das Wasser ausreichend temperieren kann, müssen wir uns noch etwas überlegen.
Zusätzlich muss der Boden noch planiert werden, was kleinere Baggerarbeiten erfordert. Mir wurde aber versichert, dass voraussichtlich Mitte März alles fertig ist und das Gewächshaus einsatzbereit steht. 🚜
⏳ Und was mache ich bis Mitte März?
Mitte März klingt gut – aber so lange können wir mit dem Vorziehen nicht warten.
Einige Gemüsesorten benötigen eine längere Anzuchtzeit, andere sollen bereits Mitte Juni erntereif sein. Das bedeutet: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für die Aussaat!
🗂️ Was steht jetzt konkret auf dem Programm?
🌱 1. Saatgut-Check
Im Laufe der Woche wird unser Saatgut-Sortiment durchgesehen:
- Welche Samen sind noch vom Vorjahr vorhanden?
- Welche eigenen Samen haben wir gesammelt?
- Welche Sorten müssen neu bestellt werden?
Als Einsteigerin werde ich vermutlich etwas großzügiger planen – das gehört dazu. 😉
🌿 2. Zubehör organisieren
Da wir dieses Jahr noch mehr Pflanzen selbst vorziehen möchten, brauchen wir:
- zusätzliche Aufzuchtplatten
- hochwertige Anzuchterde
- passende Gefäße
Zudem werden zwei alte Photovoltaikplatten ausgeschlachtet, und die Unterkonstruktionen dienen künftig als Wannen im Gewächshaus. Auch das muss organisiert werden.
📅 Struktur ist alles: Unser Wochen- und Monatsplan
Um als komplette Neuanfängerin nicht den Überblick zu verlieren, erstellen wir gemeinsam einen detaillierten Wochen- und Monatsplan:
- Welche Samen kommen wann in die Erde?
- Auf welchen Pflanztermin arbeiten wir hin?
- Wie viele Jungpflanzen benötigen wir insgesamt?
- Wann wird pikiert, gedüngt, gelüftet und umgetopft?
Gerade beim Thema Wässern und Lüften im Gewächshaus werde ich anfangs sicher noch einige Tipps brauchen – auch das wird im Plan festgehalten. 📝
Übergangslösung: Vorziehen auf der Fensterbank
Bis das Gewächshaus steht, werden die ersten Pflanzen ganz klassisch auf der Fensterbank vorgezogen.
Vorteile:
- warme Raumtemperatur
- gute Lichtverhältnisse
- direkte Wasserversorgung
Wichtig: Keimlinge regelmäßig drehen, damit sie gerade wachsen.
Einige Zimmerpflanzen müssen vorübergehend umziehen – aber für zwei bis drei Wochen werden sie mir das hoffentlich verzeihen. 🌿😅
Sollte der Platz knapp werden, gibt es bis Mitte März zusätzlich die Möglichkeit, auf das Schwimmbad des Campingplatzes auszuweichen. Da dieses erst Mitte März in die neue Saison startet, steht dort vorübergehend geschützter Raum zur Verfügung.
📚 Vorbereitung ist alles – meine Buchempfehlungen
Damit ich nicht völlig aufgeschmissen bin, habe ich mir in der Bibliothek bereits einige Bücher ausgeliehen und zusätzlich folgende Empfehlungen erhalten:
(Werbung wegen Namensnennung und Link)
„Handbuch Bio-Gemüse – Sortenvielfalt für den eigenen Garten“ von Andrea Heistinger
„Die Saat der Bäuerinnen. Saatkunst und Kulturpflanzen in Südtirol“ von Andrea Heistinger
Beide Bücher geben wertvolle Einblicke in samenfeste Sorten, biologische Anzucht und traditionelle Kulturpflanzen. 📖✨
Ich freue mich riesig auf dieses Gartenjahr – auch wenn es organisatorisch sicher herausfordernd wird. Aber genau das macht es doch aus: lernen, ausprobieren, verbessern und Schritt für Schritt Selbstversorger werden. 🌱💚
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