Am Wochenende habe ich gemeinsam mit meinem Vater den ersten Teil eines viertägigen Kurses zum Thema „ökologisch gärtnern“ im Bildungshaus Schloss Goldrain besucht.
Referent war Daniele Piscopiello vom DA Genussgarten. Er ist vor knapp zehn Jahren als Quereinsteiger gemeinsam mit seiner Frau in die Landwirtschaft und den Direktverkauf gestartet. Heute beliefert er erfolgreich Restaurants und Hotels nach dem Prinzip „farm to table“.
Der erste Teil der Kursreihe widmete sich einem zentralen Thema im Gemüsebau: der Anbauplanung.
Was ist bei der Anbauplanung wichtig?
Bevor man überhaupt mit dem Planen beginnt, sollte man sich grundlegende Fragen stellen. Sie bilden das Fundament für alles Weitere.
Die wichtigsten Werkzeuge am Anfang: Papier und Stift ✍️
Zentrale Fragen zur Anbauplanung
- Welchen Erntezeitraum strebe ich an?
- Welche Vielfalt möchte ich anbauen?
- Wie viel Fläche steht zur Verfügung?
- Welche Mengen benötige ich pro Gemüseart?
- Wofür wird das Gemüse verwendet? (Marktverkauf, Verarbeitung, Lagerung)
Gerade im ökologischen Gartenbau ist eine durchdachte Planung entscheidend, um Ressourcen effizient zu nutzen.
Aufzucht- und Kulturzeiten richtig berücksichtigen 🌱
Wer seinen Gemüseanbau effizient gestalten möchte, muss die Dauer vom Samen bis zur Pflanze (Vorziehen) und die Kulturzeit im Feld kennen.
Diese Angaben sind meist beim Saatgut vermerkt – jedoch nur als Richtwerte. Eigene Erfahrungswerte sind daher unbezahlbar.
Wichtig: Kulturzeiten variieren je nach Jahreszeit.
Beispiel:
Ein Salat, der im März gepflanzt wird, benötigt 8–9 Wochen bis zur Ernte.
Dieselbe Sorte, im August gepflanzt, ist oft schon nach 4 Wochen erntereif.
👉 Dokumentieren lohnt sich!
Kultur- und Jahreskalender erstellen 📅
Ein visueller Anbauplan – z. B. als Excel-Tabelle – schafft Übersicht.
Ideal ist:
- gleiche Beetgrößen
- einheitliche Reihenlängen
- klare Struktur
Das erleichtert Logistik, Planung und Nachpflanzungen.
Aktuell arbeiten wir mit einer Excel-Liste (X- und Y-Achse) mit:
- Sortenname
- Kalenderwochen
- Start Vorziehen
- früheste & späteste Pflanzung
- Kulturdauer
- Erntebeginn & Ernteende
Organisation ist hier wirklich das A&O.
Auch wenn bei uns – mangels fixer Abnehmer – noch etwas „Kribus Krabus“ herrscht 😉, hilft uns der strukturierte Kalender enorm.
Reihen – und Pflanzabstände
Um einen Garten oder ein Feld ertragreich zu planen, sind Reihenabstand und Pflanzabstand entscheidend.
Auch diese Angaben findet man meist beim Saatgut oder in Fachliteratur.
Merke: Am Besten so weit wie nötig und so eng wie möglich pflanzen.
Der Reihen- und Pflanzabstand hängt von mehreren Faktoren ab:
- Wie wird die Unkrautregulierung durchgeführt? Händisch oder maschinell? Dies beeinflusst die Beet/Reihengröße und somit auch den Platz zum Pflanzen
- Möchte ich eher kleinere Pflanzen z.B. kleinere Köpfe Blumenkohl oder Brokkoli oder lieber etwas größeres, schwereres Gemüse?
- Sind die Pflanzen etwas anfälliger für Pilzkrankheiten oder Schädlinge? Ist der Abstand zu gering, so können Schädlinge schneller auf die Nachbarspflanze übergehen.
- Ist ausreichend Luftzirkulation? Ist z.B. ein Salat zu eng zusammen gepflanzt, so kommt zu wenig Luft an die Pflanzen & die Blätter faulen schneller
Unsere Reihenbreite beträgt aus organisatorischen Gründen 0,75 m.
Fruchtfolge & Mischkultur im Beet 🌾
Wie in einem vorherigen Beitrag erwähnt pflanzen wir auf unserem Hof nach dem Prinzip der Fruchtfolge und der Mischkultur.
Um den Anbauplan zu optimieren und den Ertrag so effizient wie möglich zu gestalten ist eine Fruchtfolge und das Nachpflanzen innerhalb eines Beetes oder einer Reihe sehr wichtig.
Dies ist vor allem für die zukünftige Planung bei uns am Hof relevant, aber auch wenn man nur wenig Platz zur Verfügung hat, wie beispielsweise in einem Hochbeet oder einen kleineren Garten.
Nährstoffgehalt des Bodens im Blick behalten
Um den Boden nicht zu stark zu beanspruchen, also eine sogenannte Bodenmüdigkeit zu verhindern, ist es wichtig den Nährstoffgehalt des Bodens zu kennen und ggf. zwischen den einzelnen Kulturen mit Mist, Kompost oder Düngung nachzuhelfen.
Merke:
- Stickstoffgehalt ist besonders zu beachten.
- Eine gute Mischung aus Starkzehrer, Mittelzehrer und Schwachzehrer
- Krankheitserreger und Schädlinge im Boden sind auch Indikatoren für den Nährstoffgehalt und beeinflussen die Fruchtfolge
Was nehme ich für meine Saison mit?
Der Vortrag war sehr gut strukturiert und für mich als Anfängerin und Einsteigerküken in der Landwirtschaft sehr hilfreich.
Ich werde nun den Anbauplan nochmals kurz für mich verständlich überarbeiten und versuchen visuell darzustellen.
Ich werde zudem versuchen eine Liste für das Vorziehen der Pflanzen zu erstellen, um einen Überblick zu bekommen was wir alles an Saatgut benötigen und wann wir wie viele Pflanzen für das Feld brauchen.
Merke: Die benötigte Pflanzenanzahl pro Reihe ergibt sich, wenn man die Länge/Pflanzenabstand x Breite / Reihenabstand berechnet.
Ich werde mich des Weiteren bezüglich Pflanzenarten & Zehrer-Typen einlesen.
Mein wichtigstes Learning 🌿
In dieser ersten, noch etwas holprigen Saison ist das Sammeln von Erfahrungswerten mein größtes Ziel.
Beobachten. Dokumentieren. Lernen.
Jetzt seid ihr dran 😊
Habt ihr Erfahrungen mit der Anbauplanung im Gemüsebau?
Wie plant ihr euren Garten oder eure Beete?
Konntet ihr aus diesem Beitrag etwas für euch mitnehmen?
Ich freue mich über eure Erfahrungen in den Kommentaren 🌱
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